Die Neue Zeche Westerholt, einzigartig in NRW auf dem bikommunalen Gebiet Gelsenkirchen-Hassel und Herten-Westerholt gelegen, einst ein pulsierender Ort voll von Arbeit, Lärm und Dreck ist längst verlassen, von der Zeit gezeichnet.
Wo früher Lärm, Arbeit und Hitze herrschten, blieb heute eine besondere räumliche Dichte – geprägt von Geschichte, Material und Zeitspuren.

DER STANDORT
Ab 1907 wurden auf der Zeche Westerholt die ersten Schächte abgeteuft. Über Jahrzehnte prägten Fördergerüste, Kokerei und Bergbau das Leben der Region. Nach mehr als einem Jahrhundert endete 2008 mit der Schließung der letzten Zeche in Gelsenkirchen ein bedeutendes Kapitel der Ruhrgebietsgeschichte.
Noch heute sind Spuren dieser Zeit überall sichtbar: Backsteinfassaden, Stahlkonstruktionen und weite Industrieflächen erzählen von Arbeit, Wandel und Erinnerung. Zwischen den verlassenen Gebäuden, rostenden Strukturen und offenen Flächen, die wie offene Wunden zurückbleiben, zeigt sich noch immer die Geschichte des Ruhrgebiets – gleichzeitig verändert sich der Ort sichtbar. Zwischen den zurückgebauten Anlagen und erhaltenen Strukturen bleibt der industrielle Charakter des Ortes deutlich spürbar – als Schicht, die sich nicht vollständig entfernen lässt.
Für unser Projekt wurde der Standort selbst zum Protagonisten: als Bühne, Bildraum und stiller Erzähler einer Zeit im Wandel.






DER ORT ALS BILDRAUM
Die fotografische Arbeit nähert sich der Neuen Zeche Westerholt nicht als historisches Archiv, sondern als gegenwärtigem Bildraum. In umfangreichen Recherchen wurden rund tausend alte und neue Fotografien studiert und kuratiert.
Strukturen, Oberflächen und räumliche Situationen werden zum Träger von Erinnerung. Der Ort wird nicht rekonstruiert, sondern gelesen – als Landschaft aus Zeit, Material und Veränderung.



















DER KURZFILM
Der Kurzfilm untersucht die Neue Zeche Westerholt als überlagerten Zeitraum, in dem Vergangenheit und Gegenwart denselben Blick teilen.
Aus historischen Fotografien der Zeche Westerholt entsteht der Ausgangspunkt für einen filmischen Prozess.
Für ausgewählte Motive wurden die ursprünglichen Standorte der Fotografien erneut aufgesucht und aus nahezu identischer Perspektive neu aufgenommen. Vergangenheit und Gegenwart treffen dabei im selben Blickwinkel aufeinander. Dabei waren die Menschen auf den Fotos für das Projekt von essentieller Bedeutung.
Durch einen experimentellen Morphing-Prozess verschmelzen die historischen und aktuellen Aufnahmen miteinander. Zwischen den Bildern entstehen fließende Übergänge, in denen sich Architektur verändert, verschiebt oder auflöst. So entsteht eine visuelle Annäherung an Erinnerung, Wandel und Zeit.
DIE TRANSFORMATION
Die Arbeiten verbinden zwei Zeitpunkte desselben Ortes zu einem gemeinsamen Bildraum. Der Film und die fotografischen Arbeiten verstehen sich als Untersuchung eines Ortes im Übergang.
Die Neue Zeche Westerholt erscheint dabei nicht als abgeschlossenes Kapitel, sondern als fortlaufender Prozess zwischen Vergangenheit und Zukunft.












Gefördert durch:

Konzeption und Fotografie:
Arnd Wende
Dank an:
Geschichtskreis Hassel/Bergmannsglück, Egon Kopatz: Historische Fotos
Entwicklungsgesellschaft Neue Zeche Westerholt mbH (EGNZW): Begehungen
